Interdisziplinär und technisch spannend: die Gewinnerprojekte 2018

In der Kategorie „Präklinik“ erhielt Dr. Andreas Schulte-Mecklenbeck vom Universitätsklinikum Münster den Forschungspreis 2018. Ziel seiner Forschungsarbeit ist es, zu untersuchen, welche Rolle CD8-T-Zellen bei der Läsionsentwicklung in der Multiplen Sklerose spielen. In drei Untersuchungsschritten wird zunächst analysiert, wie die CD8-T-Zellen mit der Blut-Hirn-Schranke interagieren, welche Subpopulationen der CD8-T-Zellen in das ZNS einwandern und welche Funktionen sie bei der Entstehung von Läsionen haben. Dazu werden Blut und Liquor von MS-Patienten, Betroffenen des seltenen neuro-inflammatorischen Susac-Syndroms (SuS), Patienten mit Somatisierungsstörungen ohne Nachweis entzündlicher ZNS-Erkrankungen und einer gesunden Kontrollgruppe (hier nur Blutanalyse) verglichen. Die Jury lobte den innovativen Antrag, der zelluläre und immunlogische Fragestellungen verbindet, als exzellentes Beispiel einer interdisziplinären Arbeit, die sich mutig und auf neuen Wegen dem Vergleich extrazerebraler Immunantworten in der MS und dem Susac-Syndrom widmet.

Für Dr. Hanna Zimmermann, NeuroCure Clinical Research Center an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, votierte die Jury in der Kategorie „Klinik“. In ihrem Projekt „Imaging-Marker für Risikostratifizierung in den frühen Phasen der Multiplen Sklerose“ widmet sie sich der Entwicklung eines Bildgebungsmarkers, der unter Kombination der Optischen Kohärenztomografie (OCT) und der Magnetresonanztomografie (MRT) sowohl einen Blick in den mutmaßlichen Verlauf einer MS erlaubt als auch Unterstützung bei der Auswahl der individuell geeigneten Therapie bietet. Vorangegangene Untersuchungen an MS-Patienten zeigten im OCT eine Abnahme der peripapillären Nervenfaserschicht sowie der makulären Ganglienzellschicht, deren prozentuale Abnahme mit einem erhöhten Risiko für MS-bezogene Krankheitsaktivität korrelierte. Zur Analyse wird die Forscherin ein bestehendes Kollektiv von Patienten mit Verdacht auf MS sowie gesunden Kontrollen über zwei Jahre hinweg mittels OCT und MRT untersuchen. Grund für die einstimmige Entscheidung des Expertengremiums für die junge Wissenschaftlerin war die klinisch hohe Relevanz des Vorhabens sowie die technisch spannende Kombination der OCT und MRT.

Bildquelle: © Novartis Pharma GmbH
Vorne mit Urkunde: Preisträger Präklinik Dr. Andreas Schulte-Mecklenbeck, Münster, und Preisträgerin Dr. Hanna Zimmermann, Berlin. Für das Kuratorium Prof. Dr. Dr. Sven Meuth, Münster, sowie die Vertreter des Unternehmens Novartis Dipl. med. Anne-Kathrin Adloff (links) und Dr. Heinke Schieb (ganz rechts).

 

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