Auch in diesem Jahr erreichte uns eine bemerkenswerte Anzahl von 31 Projektanträgen von hervorragenden Nachwuchswissenschaftler*innen. Die Gewinner des 11. Oppenheim-Förderpreises für Multiple Sklerose überzeugten mit hochwissenschaftlichen und genialen Forschungsideen: 

Dr. Melanie Eschborn und Dr. Marc Günter Pawlitzki überzeugten mit ihrem Projekt „Erkennung von Immunoseneszenzmustern bei Patienten mit Multipler Sklerose“ in der Kategorie „Klinik“. Die beiden jungen Wissenschaftler werden in ihrem Projekt den Einfluss der Immunoseneszenz auf periphere T-Zellen von Patienten mit schubförmig remittierender (RRMS) und primär progredienter Multipler Sklerose (PPMS) im Vergleich zu gesunden Kontrollen in Abhängigkeit vom Alter untersuchen. Um die zugrundeliegenden patho¬physiologischen Unterschiede zwischen Patienten und den gesunden Kontrollen zu evaluieren, werden die beiden Forscher die Merkmale der Seneszenz untersuchen und durchflusszytometrische Messungen sowie Stoffwechselanalysen durchführen. Das Ziel dieses Projekts ist es, chrakteristische Immunsignaturen zu identifizieren. Diese könnten möglicher¬weise als künftige Biomarker für die Therapieentscheidungen herangezogen werden oder neue Behandlungsansätze bei älteren RRMS- oder progressiven MS-Patienten aufzeigen. Beirat und Kuratorium lobten den originellen Ansatz und die sehr gute Ausarbeitung des aufwändigen und komplexen Projekts. Insbesondere die Verbindung von Methoden und Technik spiegeln die Gesamtbetrachtung des Immunsystems besonders gut wider. Ein weiterer Punkt für die Entscheidung der Gremien waren die hochrangigen Publikationen der beiden jungen Wissenschaftler.

PD Dr. Benjamin Knier beschäftigt sich mit der Regulation der retinalen Müller-Zellfunktion bei Autoimmunität des Zentralnervensystems. PD Dr. Knier wird der Hypothese nachgehen, dass MS-bedingte Entzündungen den Phänotyp der retinalen Gliazellen und die Integrität der Blut-Retina-Schranke (BRB) durch humorale Mediatoren verändern. Die Schwellung des Stratum nucleare internum wird demzufolge höchstwahrscheinlich durch den Austritt von Blut oder Lymphflüssigkeit aus retinalen Gefäßen aufgrund der Öffnung der BRB verursacht. Dies deutet auf ein neuartiges Prinzip mit einer humoral vermittelten Kontrolle der retinalen Gliazellfunktion bei MS hin. Im Laufe der Forschungsarbeit werden Veränderungen in der Morphologie und Funktion der BRB-bildenden Zellen in MOG35-55 induziertem EAE-Modell unter Verwendung von muriner OCT, Histologie und eingehender Transkriptomanalyse durch Einzelzellsequenzierung charakterisiert. Das Kuratorium überzeugte insbesondere das hochspannende und innovative Projekt sowie die hohe Komplexität der Modelle, die die Retina mechanistisch untersuchen. Weitere Gründe für die Auszeichnung in der Kategorie „Präklinik“ waren die Translatierbarkeit in die Klinik sowie die Publikationen und Erstautoren-schaften von PD Dr. Benjamin Knier in wichtigen internationalen Fachzeitschriften.

Preistraäger 2020

Links im Bild: Für das Kuratorium Prof. Dr. Dr. Dr. Sven G. Meuth, Universität Düsseldorf. Oben im Bildschirm: Preisträger in der Kategorie „Präklinik“ PD Dr. Benjamin Knier, Universität München. Unten im Bildschirms: Preisträger in der Kategorie „Klinik“: Dr. Marc Günter Pawlitzki und Dr. Melanie Eschborn, Universität Münster.

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