Die Preisträger wurden am 18. Oktober 2018 in Mannheim mit dem Soyka-Förderpreis für Schmerzforschung ausgezeichnet.
Die Jury hob den besonders innovativen und zukunftsorientierten Charakter beider Projektskizzen hervor und lobte deren klare methodische Definition.

Zukunftsorientiert und methodisch klar definiert: siegreiche Förderprojekte 2018

Dr. Robert Fleischmann, Greifswald, überzeugte die Jury mit seiner Forschungsidee zum Einfluss von CGRP-(Rezeptor-)Antikörpern auf Parameter der multimodalen sensorischen und Schmerzreizverarbeitung sowie der funktionellen Konnektivität bei Migränepatienten. In der Migräneprophylaxe kamen bisher Medikamente zum Einsatz, die primär aus anderen Indikationen stammen und die nicht speziell zur Therapie von Kopfschmerzen entwickelt wurden. Die Folge: häufige Therapieabbrüche und eine unbefriedigende Versorgung der Patienten. Projektziel ist es, die spezifischen zentralen neuroplastischen Wirkmechanismen von CGRP-(Rezeptor-)Antikörpern bei Migränepatienten aufzudecken und ihren Zusammenhang mit Migränekopfschmerzen sowie Nicht-Kopfschmerzsymptomen nachzuvollziehen. Das Wissen um den Wirkmechanismus würde das Verständnis der Pathophysiologie der Migräne erweitern und könnte Ansatzpunkte für zukünftige Therapien liefern. Die Entdeckung CGRP-bezogener Biomarker könnte zudem helfen, Responder vor Therapiebeginn zu identifizieren und so das Sicherheitsprofil von Präparaten, die in den CGRP-Pathway eingreifen, zu verbessern.

Auch das Projekt von Dr. Steffen Nägel hält die Jury für vielversprechend. Er wird am Universitätsklinikum Essen den Zusammenhang von Migräne und anderen Kopfschmerz-erkrankungen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) erforschen. Tierexperimentelle Daten legen nahe, dass CGRP bei CED – ebenso wie in der Schmerzvermittlung bei Migräne – eine wichtige Rolle spielt; die Studienlage beim Menschen ist hier jedoch unklar. Im Fokus von Nägels Untersuchungen stehen dabei die Prävalenz von Kopfschmerzen bei CED, der Einfluss der CED-Medikation und des Krankheitsverlaufs auf die Kopfschmerzen, das Ansprechen der Patienten auf Akuttherapie und Prophylaxe sowie der Spiegel des Entzündungsmediators CGRP bei beiden Erkrankungen. Ein besseres Verständnis der systemischen Wirkung von CGRP und der Zusammenhänge zwischen einer Migräneerkrankung und CED könnte bei diesem Patientenkollektiv therapieentscheidend sein.

Bildquelle: © Novartis Pharma GmbH

Verleihung des Soyka-Förderpreises für Schmerzforschung am 18. Oktober 2018 anlässlich des Deutschen Schmerzkongresses in Mannheim.

Vorne mit Urkunde: Dr. Robert Fleischmann, Universitätsmedizin Greifswald, und Dr. Steffen Nägel, Universitätsklinikum Essen. Zudem Prof. Dr. Kerstin Lüdtke, Klinikum der Universität zu Lübeck, Dr. Heinke Schieb, Group Head Medical Scientific Management Neuroscience, Novartis Pharma GmbH, PD Dr. Charly Gaul, Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein,
PD Dr. Stefanie Förderreuther, Klinikum der Universität München, und Thomas Dehmel, Medical Scientific Manager Neuroscience, Novartis Pharma GmbH. 
 

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