Die Preisträger des 2. Soyka-Förderpreises 2019 wurden im Rahmen des Deutschen Schmerzkongresses 2019, der vom 09.-12.10. in Mannheim stattfand, ausgezeichnet. Die Jury lobte in erster Linie den hohen Einsatz an Kreativität und Innovation sowie den in die Zukunft gerichteten Blick der beiden Erstplatzierten. 

Die triumphierenden Forschungsprojekte 2019 zeichneten sich durch einen hohen Einsatz an Kreativität, Innovation und Zukunftsorientierung aus. 

Dr. med. Victoria Schubert, Universitätsklinikum Tübingen, erhält den Preis für ihr Projekt „Biomarker in der Migräneprohylaxe: Effekt von CGRP-Antagonisten und Botulinumtoxin auf einen Surrogatmarker für CGRP-Freisetzung in trigeminal versorgter Haut“. CGRP (Calcitonin gene-related peptide) ist ein vasodilatatorisches Neuropeptid, dessen Serumspiegel bei Migränepatienten während der Attacken ansteigt und auch zwischen den Kopfschmerzphasen erhöht ist. Antikörper, die in den CGRP-Signalweg eingreifen, werden seit Kurzem zur Prophylaxe genutzt. Doch auch die muskuläre Injektion von Botulinumtoxin liefert indirekte Hinweise auf die Interaktion mit CGRP. In Tierversuchen hemmte das Protein neurogene Entzündungen sowie die Expression von CGRP als Entzündungsmarker. Die CGRP-Ausschüttung kann auch durch eine elektrophysiologische Stimulation provoziert und die erzeugte Flare-Reaktion auf der Haut quantitativ ausgewertet werden. In einer Studie an 30 Migränepatienten untersucht Schubert, ob dieser elektrophysiologische Surrogatmarker Rückschlüsse auf das Ansprechen einer CGRP-gerichteten Therapie ermöglicht, und betrachtet genauer, wie Botulinumtoxin und CGRP interagieren. Das Gremium lobte u. a. das überzeugende und gut durchführbare Konzept sowie die bisherige Publikationsleistung.

Benjamin Schäfer, M. Sc., Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein im Taunus, überzeugt mit seinem Vorhaben, die Wirksamkeit einer psychologisch informierten Physiotherapie (PIP) bei Migränepatienten zu überprüfen. In der auf sechs Monate angelegten dreiarmigen randomisierten kontrollierten Studie mit 180 eingeplanten Patienten wird er die PIP mit der Progressiven Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR) und einer Wartekontrollgruppe vergleichen. Nach einer Schulungsphase in den beiden PIP- und PMR-Armen führen die Teilnehmenden bis zum Studienende selbstständig Übungen durch, dokumentieren ihre Kopfschmerztage sowie die eingenommene Akutmedikation. Primärer Endpunkt ist die Anzahl der Kopfschmerztage über 4 Wochen. Sekundäre Endpunkte beziehen sich auf die Funktionalität und das Wohlbefinden, die Lebensqualität, das Empfinden von Depression, Angst und Stress, die Erfahrung von Selbstwirksamkeit, die Einnahme von Akutmedikation sowie das Auftreten von Nackenschmerzen.
Entscheidend für das Gremium waren die gute Umsetzbarkeit sowie das klare Konzept. Zudem sei der Ansatz einer standardisierten Patientenedukation mit einem dazugehörigen Leitfaden sinnvoll.

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